top of page

Santiago

  • Autorenbild: Astrid Sommer
    Astrid Sommer
  • vor 1 Tag
  • 2 Min. Lesezeit

Vorbei an verlassenen Windmühlen

Auf rotem Boden, dürr und ausgetrocknet

Die Windräder stehen still

Der Wind spricht hier nichts mehr

Lebt Nostalgie abgeblätterte Farbe


Die graue Taube sitzt auf der Zypresse

Bewacht die sanfte Ruhe der Nacht

Die junge Tigerkatze bewegt sich geschmeidig

Stufe um Stufe im Schatten der sandigen Mauer

Und nimmt Platz, damit Du innehältst

Betrachtet Dich


Schwarze Linienführung, markante Augen

Leoprint auf ihrem Körper

Leise Pfoten, und ein wacher Blick in Deinem Schatten

Eines glutheißen Tages

Dort oben erhaben über dem weiten Tal

Unter spanischer Sonne


Wir sind Reisende

Dem Zufall des Lebens überlassen

Atmen dieselbe heisse Luft

während der Wind sanft über unsere Haut streicht

Die Katze lädt zum Platznehmen ein

Zwischen Dir und mir liegt ein Atemzug


Kein Routenplaner markiert die Richtung

Während Du auf Reise bist

Wie so viele vor uns

Die ihr Zuhause verliessen

Aus anderen Gründen

Wovon Du sprichst

Und die Sonne brennt über allem

Was emotional wahr ist


Deine dunklen Augen

Lassen tief blicken

Lauschen lässt mich wissen

Du brauchst dabei nichts zu sagen

Und ich verstehe

Die Reise Deiner Ahnen

Hat Dir Dein Fühlen gebracht


Die Sonne steht mittlerweile tiefer

Die sandige Wand wirft einen längeren Schatten

Auf die breiten ausgetretenen Stufen

Und die junge Katze blickt uns ein letztes Mal an

Setzt ihren Weg fort

Selbstbewusst und wild


Wir betreten die alten Stufen

Schritt für Schritt hinab zu den engen Gassen

Was Dir die Wolga in den Schoss legte

Erzählt in Dir eigene Geschichten

Lebt schaukelnd in Dir fort

Manche Frage bleibt unbeantwortet

Wo geschwiegen wird


Und der Wind streicht

Sanft darüber

Wie über jeden goldenen Halm

Einer anderen Kornkammer

Von weit her am breiten Fluss

Der immer noch vergessene Geschichten erzählt

Die ein andalusischer Hirtenjunge für Dich hütet


Nichts ist also fremd

Dort wo die heisse Sonne mittlerweile milder wird

Denn ich verstehe

Weil Du fühlst

Womit Du haderst

Ist mir längst klar

Nicht jeder kann die Schatten spüren

Und in Farben leuchten

Während Santiago Dich geduldig auf Deine Reise einlädt
























Aktuelle Beiträge

Alle ansehen
Wassersterne

Ich will es Dir endlich sagen Nur,damit Du weißt Du hast mich glücklich gemacht Vor vielen Jahren Wo wir uns trafen Unbekannt und doch gesehen Weil Du viel gehadert hast In all den Jahren Als Deine H

 
 
 
Die kleine Meiner

Mama und Missie wollen zum Spielplatz gehen. Die bunte Trinkflasche, die Lieblingskekse hat Mama in ihre Tasche eingepackt. Missie holt ihre Schuhe aus dem Schrank. Mama sagt, "Missie, ich ziehe Dir d

 
 
 
Einarmig

Über die Dinge Die Dinge des Lebens, ja, es gibt viel darüber zu sagen. Möglicherweise sogar zu berichten. Über die großen und die kleinen, und, je nach persönlicher Betrachtung, kann das Kleine genau

 
 
 

Kommentare


bottom of page